Digitalisierung

 

Ist unser Land in Sachen Digitalisierung des Bildungswesens auf dem richtigen Weg? Auch wenn
schon einiges erreicht wurde: Immer noch hapert es bei der elementaren Ausstattung,
fehlt es an fundierten Konzepten zu konstruktiver Medienarbeit in der Schule.

 

Es ist alles erst im Werden …

Internet und digitale Werkzeuge stellen zweifellos eine wichtige Bereicherung schulischen Lernens dar. Bei der Digitalisierung hat das Land bislang zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die auf das pädagogisch-didaktische Potenzial der Transformation von Schule und Unterricht abzielen sowie auf die Förderung von Medienkompetenz bzw. digitalen Schlüsselkompetenzen aller Schüler: Impulspapiere, Handreichungen, Schulkonzepte.

Aber welches technisch Mögliche ist eigentlich pädagogisch sinnvoll? Und behält individuelles Lernen nicht auch in Zeiten der Digitalisierung seine eigene „Grammatik“? Schließlich: Wer kontrolliert in Zukunft unsere Kinder?     Materialsammlung


♦ Mehr als Hard- und Software!

Bildungsforscherin Felicitas Thiel fordert ein Gütesiegel für digitale Tools. Denn wie sollten Lehrkräfte beurteilen, welche digitalen Medien zu anspruchsvollem Unterricht passten? Oft stehe deren Usability im Fokus (Bedie­nungs­freund­lich­keit, Prak­ti­ka­bi­li­tät, Design) – aber das sei ein Oberflächenmerkmal. Entscheidend sei vielmehr die Eignung der Produkte für verstehensorientierte Lehr-Lern-Interaktionen: das Erkennen von Mustern, Zusammenhängen, Entwicklungen.    FAZ, 11.11.2021


♦ Datentechnologien ganzheitlich verstehen – und kritisch nutzen

Bildungsinstitutionen werden aktuell mit Finanzierungs- und Beratungsinitiativen, aber auch Aus- und Fortbildungsangeboten in Sachen Digitalisierung überschwemmt. Diese sind allzu oft jedoch auf Anwendungskompetenz beschränkt bzw. auf den (effektiven) Einsatz von Hard- und Software. Aspekte kritischer Auseinandersetzung werden nicht selten auf Themen wie Datenschutz oder -ethik, Cybermobbing oder Fakenews reduziert. So bleiben digitale Technologien in ihrer Logik oftmals unverstanden.     Die alternative Checkliste


♦ IT in der Schule – nur mäßig lernwirksam?

Digitales Handwerkszeug gehört heute zu zeitgemäßem Unterricht – erschließt aber vermutlich keine völlig neue Dimension des Lernens. Im Vergleich zur mittleren Lernprogression von Schülern bleiben Lerneffekte durch Digitalisierung (mit Ausnahmen) bislang leicht unterdurchschnittlich.
‘IT und Lernen’ – auf dem Prüfstand der empirischen Unterrichtsforschung     lehrerNRW 3/2020


♦ Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing‘ – auch in der Digitalfrage?

Digitalisierung der Bildung – da ist gewiss einiges nachzuholen. Aber es sind auch handfeste wirtschaftliche Interessen im Spiel – die pädagogische Überlegungen bisweilen in den Hintergrund drängen. Man sollte das „Who is who?“ der deutschen Bildungs-Digitalisierungsagenda kennen …
ausführlich: Aufsatz Päd. Korr. 2018     Kurzfassung (S. 15 – 18): Bildung aktuell 2021